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Wissenschaft gegen Zukunftsangst
Hubert Markt
ISBN 3-446-19493-2
Carl Hanser Verlag München Wien 1998
In seinem Buch, eine Zusammenfassung von 16 Vorträgen aus den Jahren 1992-1998, stellt Markl die Stellung des Menschen in der Natur dar. Der Bogen spannt sehr weit. Die Ansätze berühren Grundfragen politischen Verständnisses und zeigen Lösungswege für die Zukunft des Menschen, nicht nur begrenzt auf Deutschland. Für Markl, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft liegt die entscheidende Weichenstellung in dem Vertrauen auf die Wissenschaft, die Elite der Gesellschaft. In einer Zeit, in der das Wissen immer stärker in den Mittelpunkt volkswirtschaftlichen Denkens rückt, in der erstmals ein Mann der reichste Mann der Welt ist, der nicht mit Grund und Boden, Öl u dgl. handelt, sondern mit Wissen, Bill Gates, in einer solchen Zeit, rückt das Thema von Markl in das Zentrum des Interesses. Die vielfältigen Ansätze des Buches rechtfertigen eine genaue Darstellung und Zusammenfassung; das Buch ist sehr lesenswert; allein schon die Formulierungskunst und -genauigkeit des Autors bereiten viel Vergnügen. Deshalb kommt Markl oft unmittelbar zu Wort.
- Die Stellung des (europäischen) Menschen in der Natur hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts drastisch geändert. Bis Darwin galt der Mensch als etwas wesenmäßig anderes als alle die Natur sonst bevölkernden Lebewesen: Ebenbild Gottes, Sonderbeauftragter der Schöpfung; "zwar noch nicht ganz Engel, aber bestimmt kein Tier". Seit Darwin`s 1859 erschienen Buch " On the Origin of Species", seit dieser zweiten kopernikanischen Wende sind wir Teil der Natur geworden, nicht ihr Widerpart. Diese Umplazierung des Menschen war nur ein erster Schritt, "gleichsam nur die Adressenum änderung vom Penthouse der Gotteskindschaft ins Hochpaterrre der Primaten-Mischpoche". Darwin zeigte den Menschen noch als "Spitzentier der Natur", das sich erlauben konnte, was es wollte. Erst die späteren wissenschaftlichen Untersuchungen haben aufgezeigt, daß und wie sehr der Mensch der Natur bleibenden Schaden zufügt. Unser heutiges Verständnis der Natur verdanken wir der Naturforschung, der Wissenschaft. Der Mensch macht sich in der Natur breit und nimmt anderen Arten den Platz weg. Dieses Verhalten entspricht seiner biologischen Veranlagung. Im Gegensatz zu anderen Lebewesen besetzt der Mensch keine Nische, sondern die ganze Natur! Schon allein die pure Masse von bald 10 Milliarden Menschen bringt es mit sich: "Natur wird es künftig nur insoweit geben, als der Mensch es ihr ermöglicht". Deshalb muß der Mensch die Verantwortung für die Natur übernehmen; eine gewaltige Aufgabe für den Menschen.
- Warum stammen wir ausgerechnet von den Affen ab? Wären Delphine nicht eine elegantere Verwandtschaft? Oder Elefanten? Markl fände auch Fledermäuse als nahe Verwandte sehr attraktiv.
Lebensraum und Lebensweise der Affen eignen sich nicht für streng genetisch fixierte Tiere. Die hohe Bedeutung des Lernens über die Nahrung, die Feinde , aber auch über die soziale Ordnung ist bei den Schimpansen verbunden mit einer hohen Lehrbereitschaft, vor allem von weiblichen Tieren. Mehr als alle anderen Tiere haben Affen den Zwang genetischer Programme abgeschüttelt; sie haben ein hohes Maß an Verhaltensfreiheit erreicht. Deshalb stammen wir von den Affen ab. Wahrscheinlich hat die Ausbildung des Sprachvermögens- parallel mit der deutlich zunehmenden Vergrößerung des Gehirns- den entscheidenden Anschub zur Entwicklung des Menschen gegeben. Es entstand das Bewußtsein. Markl beschreibt es - mit aller Vorsicht- als die Fähigkeit in Kenntnis der eigenen Absichten und der vermutlichen Absichten der anderen Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Dieses Bewußtsein öffnet uns den Weg in die Freiheit. Mit der Fähigkeit vorauszublicken geht aber einher die Angst vor der Zukunft, die Angst vor dem Tod. Diese Angst, eine Grundbefindlichkeit des Menschen, ist unser Preis für das Menschsein! Der Versuch, diese Angst zu überwinden bestimmt weite Teile unseres Lebens. Je intelligenter der Mensch ist, umso mehr Angst hat er. Eingegrenzt werden kann diese Angst wirksam vor allem durch die Wissenschaft.
- Bei aller genetischen Verbindung zu den niederen Tieren: Das Eigentliche am menschlichen Wesen kann nicht das sein, was wir mit allen Tieren gemeinsam haben. Unser Wesen ist durch nichts mehr gekennzeichnet als durch das Bewußtsein seiner Freiheit zu selbstverantwortlichem Handeln. Genetisch bedingt sind wir lernfähig, intelligent, problemlösungsfähig, sprachbegabt, fähig zu sozialem Handeln, moralfähig und moralbedürftig. Allerdings, diese Befreiung konnte ihre Wirkung nur dadurch entfalten, daß der Mensch umso bedürftiger für kulturelle und soziale Führung wurde. Markl warnt vor dem Glauben an die Allmacht der Gene. Er stellt dies besonders an dem Beispiel des Klonens dar. Klonbar beim Menschen ist sein Äußeres, sein Körper, nicht aber die Summe seiner Erfahrungen, sein Geist, seine Gefühle, sein Charakter. "Fast ist es, als wäre unsere Angst vor dem Einfluß der Gene auf unser Wesen geradezu der Beweis für die Grenzen solchen genetischen Einflusses" . Nur weil unser Geist frei ist, kann er solche hirngespinstigen Ängste wie gegenüber der Genforschung produzieren.
- Unsere genetische Veranlagung zur Freiheit, unser Bewußtsein, gibt uns ein Werkzeug, um uns selbst weiter zu entwickeln: durch die -von uns geschaffene- Kulturrevolution. Kultur ist die wahre Natur des Menschen. Die Kulturrevolution ist die Fortsetzung der biologischen Evolution mit überlegenen Mitteln. Diese menschgeschaffene Evolution ist vieltausendfach schneller als die natürliche Evolution. Wir wissen nicht, welche Fortentwicklung dadurch eingeleitet wird, aber: Es wird eine ganz neue, ganz andere Natur entstehen.
- Die Evolution wird bestimmt durch das Ringen um freie Energie. Alles Leben beruht auf Ordnung durch Information. Diese Ordnung läßt sich nur durch ständige Zufuhr hochwertiger Energie aufrecht erhalten. Der Evolutionsprozeß, der immer komplexere Ordnungssysteme hervorbringt, benötigt deshalb immer mehr Energie zur Aufrechterhaltung und Reproduktion dieser Systeme. Unser unaufhörlicher Bedarf an Energie ist der Preis für unsere höchstentwickelte Lebensorganisation. Die Natur geht mit Energie keineswegs sparsam um. Die Evolution belohnt Energieverschwender, wenn dies ein Vorteil für die Nachkommen ist. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Reptilien, die als Kaltblütler energiebewußt lebten. Dennoch haben die Säugetiere sie verdrängt, obwohl die Säugetiere als Warmblütler viel mehr Energie benötigen. 90% ihrer Energie benötigen sie allein für die Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur. Aber diese Temperatur gab den Warmblütlern die Möglichkeit auch dann zu jagen, wenn die Reptilien wegen der Kälte bewegungsunfähig waren; ein evidenter Wettbewerbsvorteil bei der Nahrungssicherung. Warmblütler wie wir Menschen haben eine angeborene Neigung, Energie zu verschwenden, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Unser Gehirn, das nur 2% unseres Körpergewichtes hat, beansprucht allein 20% unseres Energiehaushaltes.
- Uns fehlt ein eingebautes System zum Maßhalten. "Von Natur aus ist der Mensch sozusagen nicht weniger maßlos als die lebendige Natur selbst". Schon unsere Grundbedürfnisse verlangen viel Energie. Aber die Natur hat uns auch noch mit einem Imponiergehabe ausgestattet, das viel Energie frißt: Sei dies der Kavalierstart, das Imponiergehabe durch röhrende Motorräder, die Festbeleuchtung der Häuser als Zeichen des Wohlstandes u dgl. Diese Energieverschwendung kann durchaus zur Gefährdung unserer Spezies führen. Der Natur ist dies gleichgültig; sie "geht über Leichen". Wir können nur überleben, wenn wir unsere Leistungskapazität auf die Tragefähigkeit der Erde abstimmen. Dazu müssen wir sparsamer mit Energie umgehen, die vorhandene Energie besser nutzen, die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen reduzieren, den Atomstrom nutzen und neue Energieformen finden.
- Die Überbevölkerung der Erde durch den Menschen ist natürlich, aber unverantwortlich, inhuman. Erst wenn wir unser Vermehrungsverhalten nicht durch die Möglichkeit gegebener Lebensbedingungen definieren, sondern nach sittlich begründeten Maßstäben ausrichten, haben wir eine humane Fortpflanzungsmoral; sie darf nur noch auf Ersatzvermehrung gerichtet sein. "Wer sich und seine Ansprüche vermehrt wie jede andere Kreatur, ist nichts anderes wie jede andere Kreatur". Bis zum Jahr 2030 werden mehr als neun Milliarden Menschen erwartet. Das Ziel kann nur ein langfristig erhaltungsfähiger Zustand der Biosphäre sein. Dabei müssen wir uns selbst bändigen, "wenn wir nicht als Menschen verspielen wollen, was wir als Tiere gewonnen haben". Für die Erhaltung großer Teile der Natur ist es heute bereits zu spät. Wir müssen deshalb alle human und sittlich vertretbaren Mittel zur Einschränkung der Bevölkerungsvermehrung einsetzen. Die erfolgversprechendsten Wege sind die Ausbildung der Frauen in den unterentwickelten Ländern und wirtschaftliche Investitionen in diesen Gebieten, um sie allgemein zu entwickeln. Der Lebensstandard stoppt die Vermehrung besser als jede andere Methode.
- Was den Menschen über das Tier heraushebt muß als Gegensatz zu seiner Natürlichkeit verstanden werden. Die Einsicht in unsere natürlichen Mängel zwingt uns, diese Natürlichkeit aufzugeben und uns ganz bewußt anders zu verhalten, als es den naturgegebenen Antrieben entspräche. Unser natürliches Verhalten hat uns zu 6 Milliarden Menschen geführt, zur Vergiftung der Umwelt, zum Einsatz von Pestiziden. All dies ist natürlich, es entspricht unserer Kulturfähigkeit. Wir haben den Resourcenverbrauch um den Faktor 1 Million erhöht, ebenso wie die Bevölkerungszahl. Der Mensch beansprucht bald 50% der gesamten Netto-Biomassenproduktion der gesamten Biosphäre. " Das ist das Natürlichste auf der Welt". Wir haben deshalb eine Pflicht zu einer Moral der "Widernatürlichkeit"; das ist der tiefe Einschnitt in der Entwicklung der Evolution. 10-15 Milliarden Menschen beherrschen die Natur- ob sie wollen oder nicht. Daraus ergibt sich unser moralisch begründeter Auftrag zur Manipulation der Natur. Die Frage stellt sich, wieviel Natur noch neben dem Menschen existieren wird? Naturschutzgebiete müssen , wenn sie wirken wollen, echten Schutz vor den Menschen bieten; sie sollten 10% der Landesfläche erreichen. Naturfreundliche Landhaltung ist erforderlich; der Garten stellt die Aussöhnung der Natur mit dem Menschen dar. Diese durch Menschen geschaffene Natur, das Antropozoikum, ist eine neue Stufe der Entfaltung, eine Natur unter Menschenhand.
- Unsere Angst vor Risiken ist höchst vernünftig. Irrational wird sie dann, wenn der Bezug zu Gefährdungswahrscheinlichkeiten verloren geht. Wir wissen zuviel, um unbedarft in die Zukunft zu gehen und zu wenig, um sie nüchtern abzuschätzen. Jede Entscheidung hat neue Risiken. Das wichtigste Mittel gegen diese Angst hat unmittelbar mit unserer gesteigerten Angstfähigkeit zu tun: Unsere Erkenntnisfähigkeit. Nichts hilft soviel gegen die Angst, wie das Wissen um die Ursachen und die Eigenschaften der Gefahren. Der "Fortschritt" ist ein Reizwort. Er soll uns glücklich machen. Aber: Jeder Fortschritt, jede Veränderung der Natur durch den Menschen hat ihren Preis. Da der Fortschritt Vorteile und Nachteile mit sich bringt, können wir nie einhalten. Wir sind zum Fortschritt auf Dauer verdammt. Dieser technische Fortschritt ist ohne geistigen, moralischen Fortschritt undenkbar. Beides geht nicht ohne die Wissenschaft.
- Alle menschlichen Kulturen sind Wissensgesellschaften. Der Fortschritt der menschlichen Kulturgesellschaft beruht auf der Wissensspezialisierung. Die Herausbildung von Eliten ist die entscheidende Aufgabe der Wissenschaft. Die Wissenschaften sind die Quellgewässer des Stromes der menschlichen Entwicklung. Nur das Vertrauen in die Wissenschaft kann unsere Zukunftsangst bändigen. Schließlich war die Wissenschaft in den vergangenen Jahrhunderten die zuverlässigste Quelle für Informationen. Freilich: Früher hat uns die Wissenschaft vorgegaukelt, sie sei in der Lage uns die Zukunftsangst durch fortschreitende Erkenntnis der Zukunft zu nehmen. Heute muß die Wissenschaft beschämt eingestehen: es wird ihr prinzipiell nicht möglich sein, die Zukunft zu erkennen. Umso wichtiger ist es, daß die Wissenschaft genau und objektiv darlegt, was sie weiß - und was sie nicht weiß. Die Einsicht in die eigenen Grenzen wird durch die Erkenntnis gemildert, daß wir die Zukunft kreativ gestalten können. Gerade der Wissenschaftler muß seine Freiheit nutzen um nach Erkenntnis zu streben. Dazu braucht er den nötigen Freiraum und die finanziellen Mittel. Mindestens 3% des jährlichen Bruttosozialsproduktes sind für die Forschung erforderlich.
- Unser genetisches Erbe können wir nicht ausschlagen. Wenn wir aber so weitermachen wie bisher, wird aus einer Insel der Seligen eine Insel der Saumseligen.
Markl sieht drei große Herausforderungen für die Zukunft:
- Die Übervölkerung zu stoppen,
- die Ernährung der bald 10 Milliarden Menschen zu sichern durch Optimierung von Landwirtschaft, Materialgewinnung und Energieversorgung
- und die Veränderungen zu meistern, die durch internationale Kommunikation sowie die damit verbundene Globalisierung entstehen.
- Der Mensch lebte schon immer in einer Mediengesellschaft. Neu ist die globale Mediengesellschaft. Die Einflußmöglichkeiten der Medien auf unsere Wahrnehmung sind besonders groß. Unsere Wirklichkeit wird nämlich durch unser Gehirn bestimmt, nicht durch unsere Augen. Die Informationsmasse zwingt zur drastischen Auswahl. Unser Gehirn ist eine gigantische Informationsvernichtungsmaschine. Deshalb können wir auch in Zukunft mit der Informationsflut zurecht kommen. Der Weg von der Mediengesellschaft zur Wissensgesellschaft ist der Weg von der Wahrnehmung zur Bedeutung, von der Wahrnehmung zum Urteil. Totale Information ist totale Verdummung.
Auf diese Probleme, diesen Wettbewerb müssen die jungen Menschen vorbereitet werden. Das ist die Aufgabe der Wissenschaft und der Lehre. Die erfolgreich forschende Wissenschaft ist das Gehirn der Gesellschaft. Unsere Zukunft ist die Überlegenheit im Biomanagement. Wenn wir die Chancen nutzen, kann eine neue Blüte menschlicher Kultur aufgehen. Der weite Rahmen des Buches erleichtert es nicht, dem Autor gerecht zu werden. Gewiß, es gibt Schwächen. Die Wiederholungen irritieren den fachkundigen Leser. Sie helfen aber all denen, die sich das erste Mal mit den Themen befassen und sie aus verschiedenen Blickwinkeln mehrfach beleuchtet erhalten. Nicht so recht erklärt wird, wie denn der Mensch die Aufgaben lösen soll, wie sein Gehirn diesen neuen Aufgaben gewachsen sein könnte. Der entscheidende Ansatz muß wohl in der Entwicklung des Menschen gefunden werden.
Aber insgesamt gibt Markl eine Überfülle an Anregungen. Seine pointierten, oft geschliffenen Formulierungen ergeben sich gerade aus dem Vortragsstil des Buches und gestalten das Lesen zum Genuß.
Markl kurzgefaßt
- Der Mensch macht sich in der Natur breit und nimmt anderen Arten den Platz weg. Dieses Verhalten entspricht seiner biologischen Veranlagung. Im Gegensatz zu anderen Lebewesen besetzt der Mensch keine Nische, sondern die ganze Natur! Natur wird es deshalb nur noch geben, soweit sie der Mensch zuläßt.
- Unsere Abstammung von den Affen führte zur Entwicklung des Bewußtseins. Dieses Bewußtsein öffnet uns als genetische Veranlagung den Weg in die Freiheit. Mit dem Bewußtsein, der Fähigkeit vorauszublicken geht aber einher die Angst vor der Zukunft, die Angst vor dem Tod. Diese Angst, eine Grundbefindlichkeit des Menschen, ist unser Preis für das Menschsein!
- Die wahre Natur des Menschen ist die Kultur. Darin unterscheidet er sich von allen anderen Tieren. Die Kulturrevolution ist die Fortsetzung der biologischen Evolution mit überlegenen Mitteln.
- Die Evolution wird bestimmt durch das Ringen um freie Energie. Die Natur geht mit Energie keineswegs sparsam um. Die Evolution belohnt Energieverschwender.
Diese Energieverschwendung kann durchaus zur Gefährdung unserer Species führen. Wir können nur überleben, wenn wir unsere Leistungskapazität auf die Tragefähigkeit der Erde abstimmen.
- Die Überbevölkerung der Erde durch den Menschen ist natürlich, aber unverantwortlich, inhuman. Wir müssen deshalb alle human und sittlich vertretbaren Mittel zur Einschränkung der Bevölkerungsvermehrung einsetzen.
- Jeder Fortschritt hat seinen Preis. Da der Fortschritt Vorteile und Nachteile mit sich bringt, können wir nie einhalten. Wir sind zum Fortschritt auf Dauer verdammt. Dieser technische Fortschritt ist ohne geistigen, mora- lischen Fortschritt undenkbar. Beides geht nicht ohne die Wissenschaft.
- Alle menschlichen Kulturen sind Wissensgesellschaften. Die Herausbildung von Eliten ist die entscheidende Aufgabe der Wissenschaft.
- Heute weiß die Wissenschaft: es wird ihr prinzipiell nicht möglich sein, die Zukunft zu erkennen. Umso wichtiger ist es, daß die Wissenschaft genau und objektiv darlegt, was sie weiß - und was sie nicht weiß. Sie ist das einzig bewährte Mittel um die Angst vor der Zukunft einzugrenzen. Die Einsicht in die eigenen Grenzen wird durch die Erkenntnis gemildert, daß wir die Zukunft kreativ gestalten können.
- Der Mensch lebte schon immer in einer Mediengesellschaft. Neu ist die globale Mediengesellschaft. Der Weg von der Mediengesellschaft zur Wissensgesellschaft ist der Weg von der Wahrnehmung zum Urteil. Totale Information ist totale Verdummung.
- Unsere Zukunft ist die Überlegenheit im Biomanagement. Wenn wir die Chancen nutzen, kann eine neue Blüte menschlicher Kultur aufgehen.
© Prof. Dr. Beck 1999
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