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Die historischen Beziehungen zwischen
Bayern und Sachsen
"Das verbindende Erbe"
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Bayern und Sachsen: Zwei Dynastien haben etwa 800 Jahre lang regiert, ihr Herrschaftsgebiet vergrößert und verkleinert, die Bewohner mit Gesetzen eingeengt und entfaltet, die Wissenschaft gelenkt und blühen lassen: solange wie sonst nirgendwo in Deutschland. Eine historische Entwicklung, in der das Staatsbewusstsein der Bewohner und ihrer Herrscher zusammenwuchs. Die dynastischen Verflechtungen führten zu farbenreichen vielfältigen Verbindungen, die bis heute weiter wirken. Die Einheit des albertinischen Sachsen und die Einheit von Bayern gründete auf gemeinsamen Diskussionen und konsequenten Entscheidungen. Martin Luther trennte zwar Bayern und Sachsen in der Religion; trotzdem blieben sich beide Staaten verbunden, unterstützten einander, tauschten Erfahrungen aus. Bischof Benno, Heiliger in Meißen und München, ist ein Ergebnis. Bündnispakte führten zu immer engeren Banden, die im 18. Jahrhundert mit der Doppelhochzeit in München und in Dresden eine ganz enge Zusammenarbeit flochten. Die beiden ersten Könige in Sachsen und Bayern waren verschwägert, ihre Töchter (Bayern), bzw. Enkel (Sachsen) verheiratet. Sachsen und Bayern legten die Grundlagen für das heutige föderale Deutschland. Diese engen dynastischen Beziehungen erfuhren vielfältige Ausprägungen in Kultur und Wirtschaft. Der größte deutsche Barockbildhauer Balthasar Permoser wurde in Sachsen berühmt; er stammt aus Bayern. Sein Genie wirkt nach Bayern bis zu Ignaz Günther. Der Sachse Schnorr von Carolsfeld beeindruckte Ludwig II. (Enkel einer Sächsin) stark durch seine Bilder in den Nibelungensälen und Kaisersälen der Münchner Residenz. Musik aus Bayern und Sachsen begeistert die Welt: Carl Maria von Weber, Richard Wagner, Richard Strauss und Max Reger: Sie alle sind verwebert miteinander und auch mit Dresden, Leipzig und München. Architekten aus Bayern, insbesondere aus Nürnberg, gestalteten Leipzig und Dresden. Hans Erlwein aus Oberbayern formte als Stadtbaumeister Dresden Max Littmann aus Chemnitz zusammen mit seinem Schwiegervater Heilmann München, wie sonst nur die Könige. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es Firmen aus Sachsen wie AUDI, Giesecke & Devrient, Burgmann, Elbeo, Wacker-Chemie, die einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau Bayerns leisteten. Nach der Wende investierten bayerische Firmen und der bayerische Staat in einem Umfang in Sachsen wie sonst kein anderes Bundesland.
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